Kleiner Trichter: 13,5 Stunden und diverse Materialopfer
Nominal 7+, moralisch deutlich mehr — und die Abseilpiste haben wir nicht gefunden.
450 Meter Westwand am Hohen Göll, Pausetour Nr. 59. Steht mit 6-/A0 im Führer, frei ist die Crux 7+. Wir haben die A0-Variante genommen.
Nominal ist die Tour damit nicht besonders schwer. Moralisch ist sie es schon. Bohrhaken gibt es praktisch keine, Normalhaken auch nicht viele, und man klettert entsprechend vorsichtig. Der Fels ist gut und die Kletterei steil und abwechslungsreich — das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass man sich das meiste selbst absichern muss und dabei nicht immer viel findet.
Highlight war die zwölfte Seillänge mit einer ausgesetzten Doppelseilrolle. So etwas macht man nicht jeden Tag.
Der Abstieg war dann die eigentliche Tour. Wir haben die Abseilpiste über den Trichterpfeiler schlicht nicht gefunden und uns alternativ abgeseilt. Abenteuerlich trifft es freundlich, kritisch trifft es besser. Diverse Materialopfer inklusive.
Insgesamt 13,5 Stunden. Die reine Kletterzeit wird mit knapp sechs angegeben. Den Rest kann man sich ausrechnen.